Die Firma ONE SOLAR errichtet in Eschenhart, bei Asenkofen ein Umspannwerk. Der Geschäftsführer Herr Hinz hat sich bereit erklärt Mitgliedern des Bürgerenergievereins Neufahrn und Umgebung einen Einblick zu geben. Bei herbstlichem Wetter trafen sich etwa 30 Mitglieder und interessierte Bewohner der näheren Umgebung an der Baustelle. Herr Hinz stellte zunächst die Firma ONE SOLAR GmbH und deren Geschäftsfeld vor.
Gegründet 2008 in Eching, hat sich das Unternehmen zunächst auf die Errichtung und den Betrieb von Aufdach-Solaranlagen, später auch auf große Freiflächenanlagen spezialisiert. Im Jahr 2022 wurde als erstes Umspannwerk die Anlage in Altdorf einschließlich eine etwa 22 km langen Anschlusstrasse fertiggestellt. Von Beginn an erkannte das Unternehmen bestehende Probleme mit unzureichender Netzverfügung, was für den Fortschritt der Energiewende großen, negativen Einfluss hat. Deshalb wurde der Geschäftsbereich auch auf Umspannwerke und Netzaufbau erweitert.
Die im Aufbau befindliche Anlage besteht im Wesentlichen aus einem 80 MW Transformator (Gewicht etwa 80 Tonnen) und Anschluss an das bestehende Mittelspannungsnetzwert der Bayernwerk AG. Wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit des Netzes kann die Anlage nicht erweitert werden und wird bei Inbetriebnahme durch bestehende Einspeiser bereits voll ausgelastet sein. Deshalb befinden sich neue Umspannwerke bereits in Planung.
Der Planungs-, Bestellungs- und Genehmigungsvorgang für das Umspannwerk in Asenkofen hat etwa zwei Jahre gedauert. Das ist für Anlagen dieser Größe eine sehr kurze Zeit! Die nächste Anmeldung für Netzabdeckung beim Bayernwerk läuft bereits, das Ziel für dieses Projekt ist die Inbetriebnahme in 2028, allein die Kosten für die Planung betragen etwa Euro 20.000. Auf die Frage aus dem Teilnehmerkreis, welche Stromerzeuger an das Umspannwerk angebunden werden, antwortete Herr Hinz, dass sowohl Windkraft- wie Photovoltaikenergie eingespeist wird. Interessant ist, dass Sonne und Wind sich gut ergänzen. Das heißt, dass zu Spitzenzeiten von solar erzeugter Energie nur wenig von Windkraft und umgekehrt ins Netz eingespeist wird.
Auf die Frage, ob bei Netzproblemen die Anlage kurzfristig abgeschaltet werden kann, antwortete Herr Hinz, dass sie von Tennet (dem verantwortlichen Netzbetreiber) innerhalb von Millisekunden mit Blindstromkompensation vom Netz genommen werden kann. Die Frage, ob Kapazitäten von ONE SOLAR Umspannwerken an Interessenten vermietet oder verpachtet werden, beantwortete Herr Hinz mit: fallweise, auch mit Beteiligung an Investitionskosten. Herr Hinze berichtete noch von seinen Erfahrungen bei Besuchen von Systemherstellern in China. Die Preise von Energiespeichern fallen deutlich, deren Kapazitäten nehmen beträchtlich zu. Dadurch wird der Einsatz von großen Energiespeichern für die regenerative Energieerzeugung immer wichtiger und finanziell interessanter um Spitzen abzufangen und Flauten zu überbrücken. China ist auf dem Gebiet regenerativer Energie weltweit führend. Dort fahren bereits landesweit Lastwagen mit 40 t rein elektrisch, deren Akkus werden mit Ladespannungen von bis zu 1,2 MW an reichlich vorhandenen Ladestationen aufgeladen. Die Diskussionsbeiträge und Fragen an H. Hinz wurden immer lebhafter. Es wurde berichtet, dass der erste große Solarpark nach 20 Jahren Betrieb abgebaut wurde, die Module waren noch leistungsfähig, aber die unterliegende Holzkonstruktion marode. Die neuen Module haben eine etwa vierfache Leistung! Altmodule können in Landshut kostenfrei abgegeben werden. Deren Rohstoffwert beträgt etwa Euro 150/Tonne. Bei warmen und kalten Getränken, Brezen, Semmeln und Süßigkeiten klang die Runde langsam aus. Herr Wittmann, 1. Vorsitzender des Bürgerenergievereins dankte Herrn Hinz für seinen interessanten und kenntnisreichen Vortrag und überreichte ihm einen Geschenkkorb mit lokal hergestellten Produkten. Roland Denk
Bürgerenergieverein Neufahrn und Umgebung
