Besuch des Bürgerenergievereins an der Baustelle des Umspannwerks Asenkofen am 25.10.2025

Die Firma ONE SOLAR errichtet in Eschenhart, bei Asenkofen ein Umspannwerk. Der Geschäftsführer Herr Hinz hat sich bereit erklärt Mitgliedern des Bürgerenergievereins Neufahrn und Umgebung einen Einblick zu geben. Bei herbstlichem Wetter trafen sich etwa 30 Mitglieder und interessierte Bewohner der näheren Umgebung an der Baustelle. Herr Hinz stellte zunächst die Firma ONE SOLAR GmbH und deren Geschäftsfeld vor.
Gegründet 2008 in Eching, hat sich das Unternehmen zunächst auf die Errichtung und den Betrieb von Aufdach-Solaranlagen, später auch auf große Freiflächenanlagen spezialisiert. Im Jahr 2022 wurde als erstes Umspannwerk die Anlage in Altdorf einschließlich eine etwa 22 km langen Anschlusstrasse fertiggestellt. Von Beginn an erkannte das Unternehmen bestehende Probleme mit unzureichender Netzverfügung, was für den Fortschritt der Energiewende großen, negativen Einfluss hat. Deshalb wurde der Geschäftsbereich auch auf Umspannwerke und Netzaufbau erweitert.
Die im Aufbau befindliche Anlage besteht im Wesentlichen aus einem 80 MW Transformator (Gewicht etwa 80 Tonnen) und Anschluss an das bestehende Mittelspannungsnetzwert der Bayernwerk AG. Wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit des Netzes kann die Anlage nicht erweitert werden und wird bei Inbetriebnahme durch bestehende Einspeiser bereits voll ausgelastet sein. Deshalb befinden sich neue Umspannwerke bereits in Planung.
Der Planungs-, Bestellungs- und Genehmigungsvorgang für das Umspannwerk in Asenkofen hat etwa zwei Jahre gedauert. Das ist für Anlagen dieser Größe eine sehr kurze Zeit! Die nächste Anmeldung für Netzabdeckung beim Bayernwerk läuft bereits, das Ziel für dieses Projekt ist die Inbetriebnahme in 2028, allein die Kosten für die Planung betragen etwa Euro 20.000. Auf die Frage aus dem Teilnehmerkreis, welche Stromerzeuger an das Umspannwerk angebunden werden, antwortete Herr Hinz, dass sowohl Windkraft- wie Photovoltaikenergie eingespeist wird. Interessant ist, dass Sonne und Wind sich gut ergänzen. Das heißt, dass zu Spitzenzeiten von solar erzeugter Energie nur wenig von Windkraft und umgekehrt ins Netz eingespeist wird.
Auf die Frage, ob bei Netzproblemen die Anlage kurzfristig abgeschaltet werden kann, antwortete Herr Hinz, dass sie von Tennet (dem verantwortlichen Netzbetreiber) innerhalb von Millisekunden mit Blindstromkompensation vom Netz genommen werden kann. Die Frage, ob Kapazitäten von ONE SOLAR Umspannwerken an Interessenten vermietet oder verpachtet werden, beantwortete Herr Hinz mit: fallweise, auch mit Beteiligung an Investitionskosten. Herr Hinze berichtete noch von seinen Erfahrungen bei Besuchen von Systemherstellern in China. Die Preise von Energiespeichern fallen deutlich, deren Kapazitäten nehmen beträchtlich zu. Dadurch wird der Einsatz von großen Energiespeichern für die regenerative Energieerzeugung immer wichtiger und finanziell interessanter um Spitzen abzufangen und Flauten zu überbrücken. China ist auf dem Gebiet regenerativer Energie weltweit führend. Dort fahren bereits landesweit Lastwagen mit 40 t rein elektrisch, deren Akkus werden mit Ladespannungen von bis zu 1,2 MW an reichlich vorhandenen Ladestationen aufgeladen. Die Diskussionsbeiträge und Fragen an H. Hinz wurden immer lebhafter. Es wurde berichtet, dass der erste große Solarpark nach 20 Jahren Betrieb abgebaut wurde, die Module waren noch leistungsfähig, aber die unterliegende Holzkonstruktion marode. Die neuen Module haben eine etwa vierfache Leistung! Altmodule können in Landshut kostenfrei abgegeben werden. Deren Rohstoffwert beträgt etwa Euro 150/Tonne. Bei warmen und kalten Getränken, Brezen, Semmeln und Süßigkeiten klang die Runde langsam aus. Herr Wittmann, 1. Vorsitzender des Bürgerenergievereins dankte Herrn Hinz für seinen interessanten und kenntnisreichen Vortrag und überreichte ihm einen Geschenkkorb mit lokal hergestellten Produkten. Roland Denk
Bürgerenergieverein Neufahrn und Umgebung

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Expertenblick auf den Wald! Förster Stefan Wimmer informierte bei Waldspaziergang des Bürgerenergievereins

Bild: Förster Wimmer (rechts) bei seinen Ausführungen.

Neufahrn Der Bürgerenergieverein hat am 25. Juli 2025 zum Waldspaziergang in der Nähe von Schaltdorf bei Neufahrn eingeladen. Das Waldstück wurde vom Revierförster Stefan Wimmer vorher ausgesucht und nachmittags um 15 Uhr starteten etwa 20 Vereinsmitglieder und interessierte Mitbürger aus der Umgebung erwartungsvoll am Hof des Gasthauses Pritscher in Schaltdorf bei schönem Wetter. Nach kurzem Fußmarsch hielt Herr Wimmer an und gab uns einen ersten Einblick in die Situation des Waldes im Landkreis Landshut etwa 85% sind in Privatbesitz (dazu gehören auch die Wälder in Besitz der Kirche), 10% in Besitz des Staates und etwa 5% in Gemeindebesitz. Gegenwärtig teilt sich der Waldbestand auf in etwa 75% Nadelwald und 25% Laubwald. Im Landkreis Landshut gibt es etwa 8400 Waldbesitzer und der Holzvorrat Hektar beträgt etwa 360 Festmeter. (Holzzuwachs pro ha und Jahr liegt bei ungefähr 12fm). Es entspann sich eine Diskussion über die unterschiedlichen Funktionen und die Sichtweisen der Anwesenden auf unseren Wald: manche sahen ihn als Ort der Erholung, als Lebensraum für unzählige Tiere, als Lärm- und Sichtschutz. Andere als Arbeitsplatz, Energie- und Wasserspeicher, Lieferant von Baustoffen und als Erosionsschutz. Einig war man sich, dass bald wieder die Schwammerlsaison beginnt. Kurz wurden die Regeln für ein korrektes Verhalten im Wald besprochen: möglichst auf Wegen bleiben, Ruhezeiten und Rückzugsorte für Tiere beachten, Radfahren nur auf geeigneten Wegen und Eigentumsrechte und -pflichten beachten. Insgesamt zum Schutz der Natur beitragen. Weiter ging es tiefer in den Wald, vorbei an schönen Plätzen und kleinen Häuschen des Waldkindergartens. Es bildeten sich kleinere Gruppen, die sich über ihre Erfahrungen und Eindrücke austauschten. Nur wenige bemerkten ein junges Rehkitz, das in einigem Abstand unseren Weg überquerte. Auf einer kleinen Lichtung gab es den nächsten Halt. Herr Wimmer deutete auf eine Gruppe wild aufgegangener Fichtensämlinge und fichtenlastige Altbestände dahinter, in denen junge Laubhölzer standen. Welche Bestände werden bevorzugt gefressen, welche neue Baumarten werden den Herausforderungen des Klimawandels bestehen? Viele Fragen dazu wurden von Herrn Wimmer geduldig und fachkundig beantwortet. Man kann erwarten, dass sich längere Trockenzeiten mit heftigem Regengüssen abwechseln, eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur von einem Grad bis vier Grad Celsius scheint wahrscheinlich – dennoch wird es Frosttemperaturen in unserem Bereich geben. Diesen Bedingungen werden die Bäume standhalten müssen. Deshalb wird langfristig der Bestand an Nadelhölzern zurückgehen. Wenn die Buche den Anforderungen genügen kann, wird sie in Zukunft wertvolles Bauholz liefern. Ihr Holz, besonders als Furnierschichtholz verarbeitet, ist hochfest und bietet besseres Brandverhalten als Stahlkonstruktionen. Stoffe und Vliese werden bereits jetzt aus Laubholz hergestellt. An weiteren Stellen gab es jeweils kurzen Halt mit interessanten, verständlich gemachten Informationen zu Naturschutz, gemischter Bewirtschaftung mit Fichte und Laubhölzern und der Erklärung, weshalb Altholzinseln im Waldbestand aus der Nutzung genommen werden sollten, in denen naturschutzrelevante Einzelbäume langfristig verbleiben können. Hier gilt die den erfahrenen Waldbauern bekannte Regel: Schützen und Nützen. Nach fast drei Stunden erreichte die Gruppe wieder den Ausgangspunkt. Bei einer deftigen Brotzeit, die die Wirtin des Gasthofes vorbereitet hatte, wurde in froher Runde über die Eindrücke der Wanderung diskutiert. Unser Dank gilt Herrn Wimmer für seine Geduld und für die Vermittlung neuer Einblicke, und der Familie Pritscher für ihre Gastfreundschaft.

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